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Karlstraße 2, 90552 Röthenbach
seit 2007

Staatlich
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Insolvenzberatungsstelle

News & Aktuelles

Mietschulden wegen Corona

Lösungsansätze für den Schuldenabbau

Das Wichtigste zu Mietschulden wegen Corona

Was kann ich tun, um meine Mietschulden zu bezahlen?
Wenden Sie sich frühzeitig an Ihren Vermieter und beantragen Sie staatliche Hilfe wie Wohngeld, wenn Sie Ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Weitere Lösungsmöglichkeiten lesen Sie hier.


Kann ich Mietschulden, die wegen Corona entstanden sind, stunden lassen?
Sie können mit Ihrem Vermieter eine Stundung Ihrer Mietschulden vereinbaren. Sie benötigen jedoch seine Zustimmung, da das gesetzliche Moratorium des Corona-Hilfepakets nur für Schulden galt, die während dem 1.4.2020 und dem 30.06.2020 entstanden sind. Bedenken Sie außerdem, dass Sie diese Mietrückstände später zurückzahlen müssen – neben der jeweiligen Monatsmiete.


Ist eine Verzinsung von Mietschulden, die während Corona entstanden sind, zulässig?
Gerät der Mieter mit seiner Miete in Verzug, weil er nicht (pünktlich) bezahlt, darf der Vermieter hierauf Verzugszinsen verlangen. Wurde hingegen eine Stundung vereinbart, gerät der Mieter eben nicht in Verzug und muss demnach auch keine Verzugszinsen auf seinen Mietschulden bezahlen.

Was Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten tun können

Viele Mieter geraten infolge der COVID-19-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten, weil ihnen z. B. aufgrund von Kündigungen oder Kurzarbeit weniger Einkommen zur Verfügung steht. Dennoch sollten die Mietzahlungen immer an erster Stelle stehen, egal was andere Gläubiger sagen oder fordern. Das Wichtigste ist es, dass Sie Ihre Wohnung behalten können.

Um Mietschulen wegen Corona abzubauen oder so gering wie möglich zu halten, bieten sich folgende Lösungen:

  • Beantragen Sie rechtzeitig Wohngeld, wenn Sie die Miete nicht mehr aus dem eigenen Einkommen bestreiten können.
  • Unternehmen, Selbstständige und Vereine, denen im Rahmen des zweiten Lockdowns im November 2020 das Geschäft verboten wurde, können stattdessen die staatliche Überbrückungshilfe für ihre Fixkosten beantragen.
  • Kontaktieren Sie bei Zahlungsproblemen unbedingt Ihren Vermieter anstatt die Zahlungen einfach so einzustellen. Viele Wohnungsbaugesellschaften haben bereits im Frühjahr Gesprächsbereitschaft und die Absicht signalisiert, sich jeden Einzelfall genau anzuschauen und individuelle Lösungen zu finden – auch für gewerbliche Mieter. Möglich sind z. B. die Vereinbarung einer Ratenzahlung oder Stundung der Zahlungsrückstände (Moratorium). Manche Wohnungsbauunternehmen bieten auch eine Mietschuldnerberatung an.
  • Versuchen Sie nach Möglichkeit, Teilzahlungen auf gestundete Mietschulen wegen Corona zu leisten, damit Ihr Schuldenberg nicht ins Unermessliche wächst.
  • Keine gute Idee ist es, die Miete mithilfe eines Dispokredits zu bezahlen, weil die Schulden durch nur umgelagert werden und wegen der immensen Zinsen der Bank immer weiter steigen.

Ein Schuldenerlass seitens des Vermieters ist eher unwahrscheinlich. Wegen der gesetzlichen und bilanzrechtlichen Lage können die Wohnungsbaugesellschaften offene Mietforderungen nicht einfach abschreiben. Denkbar sind, wie bereits erwähnt, Ratenzahlungen oder Stundungen, wobei Letzteres keine besonders gute Lösung darstellt.

Zahlungsaufschub für Mietschulden wegen der Corona-Pandemie kann das Problem verschärfen

Um Menschen bei ihren Mietschulden in der Coronakrise zu entlasten, beschloss der Bund im Frühjahr ein Maßnahmenpaket, das unter anderem einen Zahlungsaufschub und einen vorübergehenden Kündigungsschutz für Mieter vorsah:

  • Corona-bedingte Mietschulden von Verbrauchern, die in der Zeit vom 1.4.2020 bis 30.6.2020 entstanden sind, werden gestundet. Sie müssen bis zum 30.06.2022 zurückgezahlt werden.
  • Mieter sind weiterhin verpflichtet, ihre Miete fristgerecht zu bezahlen.
  • Vermieter dürfen Mietverhältnisse nicht wegen Zahlungsrückständen kündigen, die in diesem Zeitraum entstanden sind – vorausgesetzt, die Mietschulden beruhen auf Corona bzw. den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Dieser Kündigungsschutz gilt für Wohn- und Gewerberaummietverträge.
  • Die Regelungen galten bis zum 30.6.2020. Sie wurden nicht verlängert.

Das gesetzliche Moratorium für Mietschulden, die während der Corona-Pandemie entstanden sind, verschiebt das eigentliche Problem jedoch nur auf einen späteren Zeitpunkt. Die Mieter müssen ihre Schulden letztendlich doch bezahlen – neben der weiterhin vollen Miete für den jeweils laufenden Monat. Eine derartige Belastung durch Mietschulden wegen Corona ist oft kaum zu bewältigen.

Achtung! Wer diese per Gesetz gestundeten Mietschulden nach dem 30.6.2022 nicht bezahlt, riskiert eine Kündigung und im schlimmsten Fall eine Räumungsklage.

Zuviel Mietschulden wegen Corona: Besteht Insolvenzantragspflicht?

Durch die Corona-bedingten Geschäftsschließungen während des Lockdowns bricht den Unternehmen der Umsatz weg. Viele Betroffene stehen kurz vor der Insolvenz. Um diese wirtschaftlichen Folgen abzumildern, wurde die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31.12.2020 verlängert.

Diese Aussetzung gilt für Unternehmen, die aufgrund der COVID-19-Pandemie überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind. Zahlungsunfähige Unternehmen unterliegen weiterhin der gesetzlichen Insolvenzantragspflicht, weil sie selbst fällige Rechnungen nicht mehr bezahlen können.

Laut § 15a Insolvenzordnung (InsO) besteht normalerweise eine Insolvenzantragspflicht für …,

  • zahlungsunfähige oder überschuldete
  • juristische Personen (z. B. GmbH und AG – sog. Kapitalgesellschaften) und
  • Gesellschaften, bei denen der persönlich haftende Gesellschafter keine natürliche Person ist (z. B. GmbH & Co.KG)

Unternehmer, die in Form einer GbR, OHG oder als eingetragener Kaufmann (e.K.) am Wirtschaftsleben teilnehmen, besteht normalerweise keine Pflicht, Insolvenz zu beantragen. Auch für Verbraucher besteht eine solche Pflicht nicht.

Allein die Mietschulden aufgrund von Corona dürften keine Insolvenzantragspflicht begründen. Letztendlich muss aber in jeden Fall genau geprüft werden, ob ein Unternehmen bereits zahlungsunfähig ist oder nicht.

(C) https://www.schuldnerberatung.de/mietschulden-corona/